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Bauakademie Wirkungsstätte des preußischen Baugenies Karl Friedrich Schinkel

Die Schinkelsche Bauakademie wurde zwischen 1831 und 1834 errichtet. Das Gebäude im Herzen der Stadt an der Ecke Werderscher Markt und Schinkelplatz geht auf den preußischen Oberbaudirektor Karl Friedrich Schinkel zurück. Es war die erste Adresse für die Ausbildung von Baumeistern der damaligen Zeit. Das Originalgebäude wurde 1961 von der Führung der DDR abgerissen, um Platz für das eigene Außenministerium zu schaffen, dass dort bis 1995 stand. Seit 2004 steht hier eine Musterecke sowie eine Nachbildung der ehemaligen Bauakademie in Originalgröße mit bedruckten Planen der Außenfassade. Ein Wiederaufbau wird derzeit diskutiert.

Bauakademie

Karl Friedrich Schinkel

Der preußische Oberbaudirektor Karl Friedrich Schinkel wurde 1781 in Neuruppin als zweites von fünf Kindern geboren. Er wuchs in einem protestantischen Pfarrhaus auf. Nachdem der Vater bei einem Feuer starb, zog die Familie 1794 nach Berlin und Schinkel wurde Schüler am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster (erstes Gymnasium in Berlin). Der talentierte Zeichner Schinkel verließ die Schule 1798 und wurde Lehrling beim Architekten Friedrich Gilly. Im selben Jahr wechselte er zur Bauschule und wurde 1799 Student der neu gegründeten Berliner Bauakademie. Er erlangte den Titel eines Bauleiters und führte 1800 die Bauprojekte seines verstorbenen Freunds Gilly weiter. Auf seiner folgenden Italienreise lernte er Wilhelm von Humboldt kennen und erhielt über ihn 1810 eine Anstellung als Geheimer Oberbauassessor bei der Berliner Oberbaudeputation.

Schinkel wird Mitglied der Berliner Akademie der Künste

Der ebenfalls begabte Maler Schinkel wird aufgefordert, ein Abzeichen für die siegreichen Soldaten aus den napoleonischen Befreiungskriegen zu entwerfen. Das Eiserne Kreuz entsteht. Auch den Lorbeerkranz der Quadriga auf dem Brandenburger Tor wird von Ihm entworfen. 1815 verwirklicht er die Königswache, das Schauspielhaus sowie das Alte Museum in Berlin. Auch mit Peter Beuth verband Ihn eine lebenslange Freundschaft und die beiden unternahmen viele Reisen ins industriell fortschrittliche Großbritannien. 1824-1831 entstanden die Friedrichswerdersche Kirche (direkt neben der Bauakademie) sowie 1830 die Nikolaikirche in Potsdam nach seinen Plänen. 1836 bezog Schinkel als neuer Leiter der Oberbaudeputation mit seiner Frau und den vier Kindern seine Dienstwohnung im Obergeschoss der Berliner Bauakademie von 1834. Zum Oberlandesbaudirektor und Architekt des Königs wird er vier Jahre später ernannt. Er ist am Ziel angelangt. 1841 verstirbt der überabeitete Schinkel jedoch nach einem Schlaganfall in Berlin.

Peter Beuth

Beuth, 1781 in Kleve geboren, gilt als Gründer der Gewerbeschulen. Als Mitglied des Staatsrats war maßgeblich dafür verantwortlich, dass das wirtschaftlich rückständige Preußen den technologischen Anschluss an das industrielle Großbritannien Mitte des 19. Jahrhundert fand. Es war der Übergang von der keinen handwerklichen hin zur industriellen Fertigung. Der Übergang gelang durch den Transfer von Wissen und Technologie, die Beuth von Großbritannien nach Preußen beförderte. Als bald lernten hiesige Schüler den Umgang mit neuen Maschinen, sowie deren Nachbau. Schon bald wurden die ersten Dampfmaschinen in Deutschland gebaut und Dampfeisenbahnen wie die von August Borsig, der an Beuths Königlicher Gewerbeschule gelernte hatte, in Berlin Tegel gebaut.

Peter Beuth Statue

Bauakademien

Die Berliner Bauakademie Berlin (später Schinkelsche Bauakademie) wurde 1799 von König Friedrich Wilhelm III. gegründet. Sie entstand aus der Berliner Akademie der Künste von 1699. Die Bauakademie war eine Hochschule zur Ausbildung von verbeamteten Baumeistern, Führungspersonen die für die Ausführung von Bauarbeiten, sowie der Bauplanung- und Bauleitung verantwortlich waren. Als Neuerung lehrte man angehenden Baumeistern nicht nur künstlerische Fertigkeiten sondern auch technisches Wissen. 1879 wurde die Bauakademie mit der Berliner Gewerbeakademie zur Königlichen Technischen Hochschule Charlottenburg vereint und später zur Technischen Hochschule Berlin.

Baumeister der Bauakademie

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ausbildung von Architekten von den Kunstakademien an die Technischen Hochschulen ausgelagert. Angehende Baumeister lernten dort (Bau)Zeichnungen zu erstellen, Konstruktionszeichnungen zu entwerfen oder Ornamente (abstrakte, sich wiederholende Muster) anzufertigen.  Neben den klassischen Baumeistern für Bauausführungen aller Art, gab es auch Dombaumeiste für den Bau und Erhalt kirchlicher Gebäude, Festungsbaumeister, Hofbaumeister für Fürsten und Herrscher sowie Stadtbaumeister.

Der Aufbau der ehemaligen Bauakademie

Zwischen 1831 und 1834 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtet, beherbergte das Gebäude im Erdgeschoss Geschäftsräume. Die Lehrräume sowie die Bibliothek befanden sich eine Etage höher im Hauptgeschoss. Im Obergeschoss hatte Schinkel, der Leiter der Bauakademie seine Wohnung. Zudem befanden sich hier die Geschäftsräume der Baudeputation (Baubehörde der Stadt). Die Außenfassade bestand aus roten, unverputzten Backsteinen und Terrakotta-Schmuckfeldern. Das Gebäude nach dem Vorbild englischer Industriebauten war für seine Zeit revolutionär. So trugt die Außenfassade nicht wie sonst das Gebäude, sondern Stützen im Innern, die zusammen mit nach außen gerichteten Trägern das Gebäude-Skelett bildeten.

Bauakademie: Beschädigung und Abtragung

Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und ausgebrannt, wurde es 1953 nur bis zum Rohbau wiederhergestellt. 1961 entschied sich die Führung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) jedoch für den Abriss. An seiner Stelle entstand das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR. Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung 1991 wurde auch dieses Gebäude 1995 wieder abgetragen.

Wiederaufbaupläne

Der Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie ist derzeit im Gespräch. Federführend für die Verwirklichung ist die Organisation Internationale Bauakademie Berlin, die 2001 als Verein Bauakademie Berlin gegründet wurde. Der Wiederaufbau soll auf Grundlage der Planung von 1831 erfolgen, jedoch auch über heutige technische Einrichtungen wie Fahrstühle und Zentralheizung verfügen. Im Erdgeschoss zum Kupfergraben und zur Französischen Straße ist jedoch auch die Vermietung von Geschäftsräumen vorgesehen. Zu Werbezwecken für die Wiedererrichtung stellte der Bildungsverein Bautechnik e.V. unter dem Architekten Horst Draheim 1999-2001 bereits eine Ecke des Gebäudes als Musterfassade wieder her. 2005 kam dann noch ein Musterraum unter den Architekten Nöfer Gesellschaft von Architekten mbh hinzu.

Aktuelle Entwicklungen

Der Verein Internationale Bauakademie Berlin (IBB), der sich seit etwa 10 Jahren Auftrag des Berliner Senats ist damit befasst, ein Konzept zu entwickeln und Kontakte zu Investoren zu knüpfen. Der Auftrag wurde zuletzt im September vergangenen Jahres mit der Empfehlung erneuert, dass die beiden Bauakademievereine (Verein IBB und Förderverein Bauakadmie ein gemeinsames Konzept bis etwa Mai dieses Jahres erarbeiten. Leider ist dies bis jetzt nicht gelungen, so dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt das Projekt in die nächste Legislaturperiode verlegte hat. Der Senat wird sich dann etwa im Jahr 2017 mit dem Projekt befassen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Bedingungen unverändert bleiben. Der Förderverein Bauakademie befasst sich bereits seit 1994 mit dem Wiederaufbauprojekt und war Urheber der Musterfassade, welche der Bildungsverein Bautechnik errichtete. Aktivitäten des Fördervereins sowie der Errichtungsstiftung Bauakademie, können der folgenden Homepage entnommen werden: http://www.foerderverein-bauakademie.de/aktuelles.html

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin.

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8 Comments

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