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Schloss Bellevue Das Anwesen des deutschen Bundespräsidenten

Das weiße Schloss Bellevue wurde im neoklassizistischen Baustil errichtet und befindet sich direkt am Spreeufer im nördlichen Teil des Tiergartens. Das Anwesen ist die offizielle Residenz des aktuell amtierenden deutschen Bundespräsidenten.

Schloss Bellevue

Schloss Bellevue

Errichtung des Schloss Bellevue

Die zweigeschossige Dreiflügelanlage Schloss Bellevue wurde 1786 als private Residenz für Ferdinand von Preußen, dem jüngsten Bruder von Friedrich dem Großen, nach Plänen von Philipp Daniel Boumann gebaut. Boumann wurde 1747 in Potsdam geboren und war Architekt und Baumeister in Preußen. Ab 1778 durfte er sich sogar Geheimer Oberbaurat und Baudirektor nennen. Daniel Boumann war einer der Gründer der Berliner Bauakademie von 1799. Neben dem Schloss Bellevue zählt das Schauspielhaus in Potsdam (1793-95) zu seinen bekanntesten Entwürfen.

Namensgebung des Schlosses

Den Namen „Bellevue“ verdankt das Schloss dem Wohntrakt im Westen auch „Corps de Logis“ genannt, von dem man bis 1880 einen herrlichen Blick auf die Spree und das Schloss Charlottenburg hatte. Ab 1880 versperrte das Viadukt der Berliner Stadtbahn die Sicht.

Anfang des 20. Jahrhunderts

Über die Jahrhunderte wurde das Schloss Bellevue vom Hof des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. (1888-1918) genutzt. Nach dessen Abtreten wurde das Anwesen als Bürogebäude, Volksküche und Austellungs-, sowie Wohngebäude genutzt. Erst 1939 ließ man es von Paul Otto August Baumgarten zum Gasthaus der Reichsregierung umfunktioniert. Das heutige Gebäude ist die rekonstruierte Version von 1959. Lediglich der vom Architekten Carl Gotthardt Langhans entworfene Ballsaal (ovaler Saal) im Obergeschoss des Schlosses ist in seinem Original erhalten geblieben.

1941 vollständig ausgebrannt

Bereits 1941, vier Jahre vor Kriegsende, wurde Bellevue von Brandbomben getroffen und brannte aus. Zwischen 1954 und 1959 ließ man es vom Architekten Carl-Heinz Schwennicke als Berliner Amtssitz, neben der Villa Hammerschmidt in Bonn, des Präsidenten der jungen Bundesrepublik Deutschland wiederaufbauen. 1986-87 folgte dann eine Renovierung mit Plänen aus der Zeit vor dem Brand. Der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker verlegte 1994 den ersten Amtssitz dann vollständig von Bonn nach Berlin. Als einziger Präsident wohnte dessen Nachfolger Roman Herzog auch wirklich in Schloss Bellevue.

Bellevue wurde 1786 errichtet

1786 als private Residenz für Ferdinand von Preußen errichtet

Büroräume des Bundespräsidenten

Neben Bellevue befinden sich weitere Büroräume des Bundespräsidenten in einem Neubau südlich des Schlosses, dem sogenannten Bundespräsidialamt. Das runde Gebäude wurde zwischen 1996 und 1998 nach Plänen der Architekten Gruber + Kleine-Kraneburg errichtet. Das Präsidialamt steht mit seiner polierten schwarzen Granitfassade und dem großen Glasdach optisch in starkem Kontrast zum Schloss Bellevue.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin. Google+
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