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Rotes Rathaus 1869 von Friedrich Waesemann im Stil der Neo-Renaissance errichtet

Das Rote Rathaus an der Rathausstraße liegt im historischen Zentrum Berlins. Aufgrund seiner roten Klinker-Fassade wird das Berliner Rathaus auch allgemein als das “Rote Rathaus” bezeichnet. Entstanden ist es zwischen 1861 und 1869 im Stil der Neo-Renaissance mit romanischen Rundbogen-Formen nach Plänen von Hermann Friedrich Waesemann. Neben dem Berliner Senat regiert im Roten Rathaus auch der Bürgermeister von Berlin. Seit 2014 ist Michael Müller (SPD) der amtierende Bürgermeister Berlins. Zur Zeit der Deutschen Teilung regierte hier nur der Ost-Berliner Magistrat, während der West-Berliner vom Rathaus Schöneberg arbeitete.

Rotes Rathaus

Neo-Renaissance

Der achitektonische Stil der Neo-Renaissance wird auch als Neurenaissance (altgriechisch für “neu”) bezeichnet und ist eine Facette des Historismus des 19. Jahrhunderts. Die Bauformen der Neurenaissance wurden vornehmlich der italienischen Renaissance (französisch für “Wiedergburt”) oder Nordischen Renaissance entnommen. Bedeutende Bauten dieser Stilepoche ist die Wiener Staatsoper, die Vila Berg in Stuttgart, die Kunstakademie in Düsseldorf oder aber auch das Rathaus in Recklinghausen.

Hermann Friedrich Waesemann

Waesemann war ein deutscher Architekt der 1813 in Danzig geboren wurde. Als Sohn des Bonner Bauinspektors Friedrich Waesemann studierte ab 1830 Mathematik und Naturwissenschaften in Bonn und wechselt zwei Jahre darauf nach Berlin, um sein Studium an der dortigen Bauakademie als Kondukteuer (Vermesser) abzuschließen. 1841 erhielt er einen Hochschulabschluss als Baumeister. Dazwischen arbeitete Waesemann beim preußischen Baumeister Friedrich August Stüler und half ihm bei der Neugestaltung des Basedower Schlosses sowie beim Neuen Museum Berlin.

Es folgten Stationen bei der Berliner Schloss- und Baukommission, als eigenständiger Architkt, als Dozent der Bauakademie sowie um 1855 im Dienst der Baukommission in Breslau. Auf Grund einer Beförderug zum Königlichen Bauinspektor in Berlin wechselte er seinen Wohnsitz erneut und widmete sich als bald dem Neubau des Berliner Rathauses. Waesemann nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst Mitbegründer der 1866 gegründeten Bauvereinsbank Berlin sowie Vorsitzender der Berliner Vereinsbank (1866). 1879 verstarb er in Berlin und wurde auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde beigesetzt.

Rotes Rathaus

Baugeschichte

Die ersten Pläne für das neue Rathaus gehen auf Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahr 1817 zurück. Diese wurden jedoch nicht umgesetzt und stattdessen eine Ausschreibung vorgenommen. Viele Entwürfe gingen ein, unter anderem vom Architekten des Wiener Rathaus, Friedrich von Schmidt. Umgesetzt wurde der Bau letztlich vom Königlichen Baurat Hermann Friedrich Waesemann. Um für den Bau Platz zu schaffen, musste zunächst das alte Rathaus abgetragen werden. Das Rathaus wurde außen mit rotem Klinker verblendet, der innere Sockel besteht hingegen aus schlesischem Granit. Das Haus verfügt über drei Innenhöfe, sowie einen 74 Meter hohen, quadratischen Turm auf dem die Berliner Fahne weht. Die Turmuhr hat einen Durchmesser von 4,75 Metern und stammt von Johannes Mannhard aus Mannheim. In den Turmecken befinden sich Figuren die die Bereiche Fischerei, Handel, Ackerbau und Handel darstellen. Bedeutend ist auch der Terrakottafries am Geländer des Balkons (1. Obergeschoss). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zu 50 Prozent zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte durch den Architekten Fritz Meinard in den Jahren 1951 bis 1598.

Räume

Im sogenannte Wappensaal, in dem alle Wappen Berliner Stadtteile in die Fenster eingearbeitet sind, werden Staatsgäste begrüßt. Andere Feierlichkeiten finden größeren Festsaal statt. Der Säulensaal ist mit neun Meter Höhe der schönste Saal beherbergte früher die Bibliothek. In der dritten Etage befindet sich zudem eine Galerie mit den Ehrenbürgern Berlins. Das Rote Rathaus kann wochentags besucht werden. Von 1902 bis 1911 wurde Teile der Belegschaft aus Platzgründen in das nahe liegende Stadthaus am Molkenmarkt verlegt.

 

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin. Google+

2 comments

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