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Avus Die Berliner Formel 1 Rennstrecke der 30er Jahre

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Die Avus Berlin war eine Rennstrecke der Zwanziger Jahre in Berlin Witzleben. Die Bau der Strecke sowie die Autorennen haben den Erfolg des Deutschen Motorsport maßgeblich beeinflusst. Überdies bleiben ruhmreiche Namen wie Rudolf Caracciola (Mercedes) und Bernd Rosemeyer (Auto-Union) in ihren Silberpfeilen für immer mit der Avus verbunden.

Deutschland liegt im Motorsport zurück

Buchtipp: Silberpfeil und Hakenkreuz
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Dieser Ansicht waren zumindest die reichen Auto Enthusiasten des Kaiserlichen Automobil-Clubs am Leipziger Platz 16. Ihrer Meinung nach müsse Deutschland im Motorsport unbedingt mit anderen Ländern gleichziehen. Kurz darauf gründeten die Mitglieder am 23. Januar 1909 die Automobil-Verkehrs-und-Übungsstraße GmbH. Ihr Ziel war eine Rennstrecke nur für Rennautos in Berlin zu bauen. Eine freie Fläche war zwischen Charlottenburg und Nikolassee schnell ausgemacht. Der Plan sah eine Rennstrecke auf einer normalen Autobahn vor. Bereits im Jahr 1913 begann die neue Gesellschaft als Aktiengesellschaft mit dem Bau der neuen Piste. Doch im folgenden 1. Weltkrieg und den Nachkriegswirren, kam es schnell wieder zu einem Baustopp.

Ein Industrieller bringt die Wende

Avus Plan
Avus Plan

Mit Hugo Stinnes, einem deutsche Industriellen und Chef eines Montan-, Industrie- und Handelskonzern, stieg 1920 ein reicher Geldgeber in das Projekt mit ein. Binnen Jahresfrist konnte die Strecke tatsächlich fertiggestellt werden. Gleichzeitig handelte es sich weltweit um die erste Autobahn, die nur für Kraftfahrzeuge freigegeben wurde. Als eine der ersten Fahrbahnen erhielt sie zusätzlich eine Asphalt-Decke. Während des Rennbetriebs wurde die Strecke für den normalen Verkehr gesperrt. Insgesamt war der Kurs 19,6 Kilometer lang und hatte am Ende zwei Kehren. Die Kurve im Norden bei der heutigen Messe, verfügte über ein Torhaus, Tribünen und eine Steilkurve von 244 Meter Durchmesser. Im Süden auf dem Gelände der heutigen Raststätte Grunewald, wurde dagegen eine wesentlich engere Kehre errichtet. Zwischen den Kurven lagen die beiden neun Kilometer langen Geraden von jeweils acht Meter Breite.

   

Glanzvolle Namen der deutschen Renngeschichte sind mit dem Namen “Avus” für immer verbunden. Darunter Rennfahrer wie Adolf Rosenberger (Mercedes), Rudolf Caracciola (Mercedes) und Bernd Rosemeyer (Auto Union – Audi). In ihren Grand-Prix-Rennwagen, genannt Silberpfeile, fuhren diese Rennlegenden bereits über 400 km/h!

 

Feierliche Eröffnung der Avus

Avus Rennen und Siegesfeier
Avus Rennen und Siegesfeier

Das erste Rennwochenende auf der “Avus” wurde zum regelrechten Zuschauer Magnet. Dort warf die damals pulsierende deutsche Autoindustrie am 24. und 25. September 1921 ihre besten Automodelle ins Rennen. Fritz von Opel schaffte mit 128,84 km/h die schnellste Rundenzeit. Doch die folgende Inflation macht den Rennveranstaltern erneut einen Strich durch die Rechnung. Mit 10 Mark für das Befahren mit dem eigenen Auto waren die Eintrittspreise für die Automobil-Verkehrs-und-Übungsstraße einfach zu hoch. Zudem gab es nur noch wenige Renntage. Und so kam es erst fünf Jahre später wieder zu einen Spitzenevent auf der Avus. Rudolf Caracciola auf Mercedes gewann am 11. Juli den 1. Großen Preis von Deutschland bei Regen mit einer Spitzen-Rundenzeit von 154,8 km/h. Als Teamkollege Adolf Rosenberger in ein Zeitnehmer-Häuschen fuhr, starben tragischerweise drei Menschen.

   

Rennwagen der Auto-Union von 1934 und 1936 aus dem Horch Museum in Zwickau:

Opel testet sein Raketenauto

Audi Jahressieger 1936
Audi Jahressieger 1936

Wieder fiel die Rennstrecke in einen kurzen Winterschlaf. Der Grund diesmal: Die Wirtschaftskrise, Strecken-Mängel als auch die Konkurrenz vom Nürburgring. Auf der Avus testete man nun stattdessen neue Techniken zum Straßenbau. Dennoch fanden ab und zu Motorradrennen statt. Zudem testete Opel mit dem RAK 2 sein neuestes Raketenauto und fuhr sage und schreibe 238 km/h. Ab dem Jahr 1931 begannen dann schließlich die ruhmreichsten Rennjahre auf der Avus. Folglich kamen über 300.000 Zuschauer zu den wiederkehrenden Autorennen.

Die ruhmreichsten Jahre der Avus beginnen

Anfangs förderte das NS-Regime den deutschen Rennsport und die Automobilbranche. Überdies wurden die Fahrer-Helden der damalige Zeit regelrecht mystifiziert und als Helden jener Zeit behandelt. Glorreiche Namen wie die von Rennsport-Legenden von Manfred von Brauchitsch (Mercedes), Rudolf Caracciola (Mercedes), Adolf Rosenberger (Mercedes), Bernd Rosemeyer (Auto Union), Hans Struck (Auto Union) und Hermann Lang (Mercedes) in ihren Silberpfeilen werden für immer mit dieser Ära verbunden bleiben. Hier siehst du ein paar Bilder und Ausstellungsstücke von Bernd Rosemeyer, aus dem Prototyp Museum Hamburg:

 

Von Rudolf Caracciola und Bernd Rosemeyer

Das Avus Torhaus
Das Avus Torhaus

Im Jahr 1937 wurde die Avus modifiziert und schneller gemacht. Die Nordkurve baute man gar zu einer 43,6 Grad steilen Kurve aus, zur Erhöhung der Runden-Geschwindigkeit für Rennautos. Daneben konnte so der Kurvenradius verringert werden. Markant ist der bis heute erhaltene Zielrichter-Turm. Dieser befindet sich nahe der Nordkurve des Parcours an der heutigen Messe Berlin.

Rudolf Caracciola siegt beim Großen Preis von Deutschland 1926 auf der AVUS
Rudolf Caracciola siegt beim Großen Preis von Deutschland 1926 auf der AVUS

Das Turmgebäude wurde von Walter Bettenstaedt als “Mercedes-Haus” entworfen. Heute befindet sich hier das Motel Avus. Ferner liegt am Ausgang der Nordkurve eine ebenfalls noch erhaltene Zuschauertribüne. Sie wird gerade von einem Investor für ein Projekt rund erneuert. Nach dem Umbau der Strecke stellte Auto Union gleich einen neuen Geschwindigkeitsrekord von damals unglaublichen 276,40 km/h auf.

Mercedes-Benz Rennwagen von 1937 bis 1939 im Mercedes Benz Museum in Stuttgart

Auf den Avus-Umbau folgt ihr Ende

Fahrerbrille Prototyp Museum Hamburg
Fahrerbrille Prototyp Museum Hamburg

Nachdem die Avus im Jahr 1938 an den Berliner Autobahnring angeschlossen wurde, musste die bisherige Südkurve weichen. Man begann gleich darauf mit dem Entwurf für den Bau einer neuen Südkurve nahe der Havelchaussee. Dort sollte eine Steilkurve nach dem Vorbild der Nord-Steilkurve von 1937 entstehen. Doch lediglich ein Erdwall konnte mit rund 300.000 Kubikmeter Erde errichtet werden. In der Folge wurden die Arbeiter für andere Tätigkeiten abgezogen. Diese Überreste kann man bis heute im Wald an der Havelchaussee sehen. Am Ende des 2. Weltkriegs wurde die Strecke Zeuge der letzten Kämpfe in auswegloser Lage gegen die Rote Armee. Danach fand der Wahnsinn endlich ein Ende.

Der Verkehr und die Lage wird dem Avus Rennparcour zum Verhängnis

Als die US-Armee einen Teil Berlins übernahm, nutzte sie die Hänge der Südkurve als Schuss- und Übungsstand. Schließlich wurden auch Schäden durch Panzerketten an der Avus-Strecke beseitigt. Das abgebrannte Torhaus ließ man abtragen und die beschädigten Tribünen reparieren. Bereits 1951 strömten wieder über 350.000 Schaulustige zum ersten Rennen nach dem Krieg zur Automobil-Verkehrs-und-Übungsstraße. In den folgenden Sechziger Jahren war die Avus der direkte Weg für alle eingeschlossenen West-Berliner nach Westdeutschland. Der Verkehr nahm daraufhin in Richtung Grenze bei Helmstedt stark zu.

Zielrichterturm Mercedes-Haus der Avus
Zielrichterturm Mercedes-Haus der Avus

Daten zur ehemaligen Avus

  • Gründung: 23. Januar 1909
  • Baubeginn: 1913
  • Fertigstellung: 1920
  • Länge: 19,6 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 2
  • Durchmesser Nordkurve: 244 Meter
  • Winkel der Nordkurve: 43,6 Grad
  • Zuschauer Rekord: 350.000 Menschen
  • Geschwindigkeitsrekord: 276,40 km/h
  • Schließung der Rennstrecke: 3. Mai 1998

Vom Rückbau in den 70er Jahren bis zur Stilllegung

Buchtipp: Silberpfeile und Kanonen
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Bis in Jahr 1971 arbeitete man am Rückbau der legendären Steilkurve im Norden. Ebenso wurde die Rennstrecke der Berliner Avus an die Autobahn 100 angeschlossen. Zudem reduzierte man noch die Länge der Rennstrecke mehrmals auf nur noch 2,64 Kilometer (ab 1992). Am 2. und 3. Mai 1998 fand dann das letzte Rennen nach 77 Jahren Motorsport-Geschichte statt.

Die regelmäßigen Sperrungen der Autobahn für den Rennbetrieb führten zu Verkehrsproblemen. Doch auch das Sicherheitskonzept der Rennstrecke war teilweise mangelhaft. Der Denkmalschutz sicherte zuletzt die Nord-Tribüne sowie den Zielrichterturm als letzte Überbleibsel, dann war für immer Schluss.

Die Avus auf der Karte:

   

Christoph Janß

Hallo, ich bin Christoph Janß, Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. In meiner Werbeagentur Alster-Marketing.com helfe ich Kunden beim Online-Marketing sowie der Erstellung von Websites & Online-Shops.

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