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Reichstag Sitz des Deutschen Bundestags

Der Reichstag (auch Reichstagsgebäude) befindet sich am Platz der Republik in Berlin Mitte und ist Sitz des Deutschen Bundestages. Er geht auf den Entwurf des Architekten Paul Wallot zurück und wurde im Neorenaissance Stil errichtet. Der Grundstein wurde 1884 gesetzt, 1894 konnte das Gebäude nach zehnjähriger Bauzeit bezogen werden. Bereits zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik hat das Reichstagsgebäude den Reichstag beherbergt.

Reichstag

Johann Paul Wallot

Wallot entstammt einer hugenottischen, aus Südfrankreich eingewanderten Familie, namens Vallot. Geboren wurde Wallot 1814 in Oppenheim (Krämerstraße 7). Nach dem Besuch der höheren Gewerbeschule in Darmstadt studierte er zwischen 1856 und 1859 an der Polytechnischen Schule Hannover sowie 1861 an der Berliner Bauakademie. In Gießen schloss Wallot sein Studium an der Ludwigs-Universität ab. Anschließend sammelte er Praxiserfahrung bei verschiedenen Architekturbüros wie Heinrich Strack, Richard Lucae, Friedrich Hitzig, Martin Gropius und Heino Schmieden in Berlin. Nach umfangreichen Studienreisen in Italien und Frankreich fing er im eigenen Büro in Frankfurt am Main an, Privat- und Geschäftshäuser zu entwerfen. Sein Entwurf zur Neugestaltung des dortigen Hauptbahnhofs (1880), kam nicht zum Zug. Den Durchbruch schaffte Wallot erst mit seinen Plänen zum Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin (1882), für den er den ersten Platz erhielt. In den Folgejahren übernahm Wallot Lehraufträge an der Dresdner Kunstakademie sowie der TU Dresden und entwarf das Sächsische Ständehaus. 1912 verstarb Wallot im Alter von 71 Jahren in Langenschwalbach.

Zwischen den Weltkriegen

1933 ging die Kuppel des Reichstagsgebäudes und der Plenarsaal in Flammen auf. Als Brandstifter beschuldigten die Nationalsozialisten den niederländischen Kommunist Marinus van der Lubbe. In einem rechtlich zweifelhaften Schauprozess wurde dieser vor dem Reichsgericht in Leipzig der Brandstiftung angeklagt. Im Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude mit vermauerten Fenstern als Luftschutzgebäude. Am 30. April 1945 hissten die siegreichen russischen Soldaten im Kampf um Berlin die Fahne der Sowjetunion auf dem Dach des Gebäudes. Das stark beschädigte Reichstagsgebäude lag nach dem Krieg im britischen Sektor Berlins. 1955 wurde aus fragwürdigen Gründen der Stabilität die Gebäude-Kuppel gesprengt. Von den Außenterrassen bot sich den vielen Besuchern über Jahrzehnte bis zur deutschen Wiedervereinigung, ein einmaliger Ausblick auf die Berliner Mauer und Ostteil der Stadt.

Umbau nach dem Fall der Mauer

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1989 wurde über die Frage der Hauptstadt zwischen Berlin und Bonn abgestimmt, mit einem positiven Ergebnis für Berlin. Auch der Sitz der Bundesregierung sollte nach Berlin gehen mit dem Reichstagsgebäude als Parlamentsgebäude. Bevor es jedoch zur ersten Sitzung des Deutschen Bundestags in Berlin 1999 kommen sollte, war ein Umbau des Reichstagsgebäudes notwendig. Den anschließend ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb mit 80 Entwürfen gewannen die Architekturbüros Foster und Partners aus England, Pi de Bruijn aus den Niederlanden sowie Santiago Calatrava aus Spanien. Aus Gründen der Kosten in Höhe von 966 Millionen Mark, ließ man die Entwürfe überarbeiten und Norman Foster erhielt schließlich den Zuschlag mit seinen Plänen einer begehbaren Glaskuppel für 600 Millionen Mark.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin. Google+
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