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Spreebrücke
Spreebrücke

Neuer Marstall Vom Pferdestall des Königs zum Hochschulstandort

Der Neue Marstall diente zur Unterbringung der königlichen Pferde. Er entstand nach Skizzen von Ernst von Ihne zwischen 1897 und 1901.

Des Kaisers Pferdestall

Neuer Marstall

Neuer Marstall

Am Schlossplatz 7, direkt gegenüber dem Stadtschloss und am Ufer der Spree gelegen, ließ man 1901 den königliche Marstall errichten. In Ihm waren 300 Pferde, sowie Kutschen und Schlitten des königlichen Hofs untergebracht. Bei der Errichtung wurden Teile des Alten Marstalls in der Breiten Straße und weitere Bürgerhäuser überbaut. Der Neue Marstall im Stil des Neobarock bekam eine Sandsteinfassade mit Pilastern (lateinisch pila = Pfeiler). Diese erstrecken sich an der Außenfassade über mehrere Etagen (Kolossalpilaster). Der Fassadenschmuck stammte vom Bildhauer und Maler Otto Lessing. Leider sind hiervon nur das Relief am Giebel und die Rossbändiger an der Wasserseite erhalten geblieben.

Neustart an der Breiten Straße

Nach dem Ende des 1. Weltkrieg (1918) war hier der provisorische Sitz der Volksmarinedivision. Jedoch bereits zwei Jahre später, um 1920 wurden die ehemaligen Ställe zu Büchermagazinen für die Stadtbibliothek Berlin umgebaut. Zur Zeit des Dritten Reich sollte hier schließlich das NS-Reichskolonialministerium für die Verwaltung der (nicht) vorhandenen Kolonien einziehen. So weit kam es jedoch nicht. Zu große Beschädigungen erlitt der Komplex bis zum Jahr 1945. Nach dem Krieg entschied man sich, dass Gebäude in vereinfachter Form wieder aufzubauen und in der Breiten Straße zu verlängern. Jedoch fehlen bis zur heutigen Zeit der krönende Gebäudeschmuck mit dem dreieckigen Giebel. Auch die beiden Wandbrunnen und Attikafiguren sowie die Vorsprünge an den Gebäudeecken (Eckrisalite – Gebäude-Vorsprung von italienisch „saltare“ – springen) sind nicht mehr vorhanden. Der Gebäudeabschluss wirkt somit im Vergleich der frühen Jahre recht schlicht.

Neuer Marstall als neuer Hort der Bildung

An Stelle der damaligen Wandbrunnen an der Gebäudefassade, ließ die damalige Regierung der DDR 1988 Bronze-Reliefs errichten. Beide stammen vom Bildhauer Gerhard Rommel und dienten der Erinnerung an die beiden Sozialisten Karl Marx und Karl Liebknecht. Bis zur deutsch-deutschen Wende 1989 unterhielt die Akademie der Künste der DDR Ausstellungsräume im Neuen Marstall. Heute befindet sich hier die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ mit der Coffeebar „Neuer Marstall“, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin sowie der Verein für die Geschichte Berlins. Die Hochschule für Musik bietet Ihren Studenten hervorragende Studienmöglichkeiten mit ihren 3 Konzertsälen (bis zu 300 Plätze), den 100 Proberäumen und ihrer ausgeklügelten Akustik. Dazu kommt noch das neu gegründetes Jazz-Institut (JIB).

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin. Google+
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