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Museum für Naturkunde Berlin Home of T-Rex

2010 feierte das Museum für Naturkunde in Berlin seinen 200-jährigen Geburtstag. Es blickt auf eine lange und ereignisreiche Vergangenheit zurück. Immer mit dem Ziel vor Auge, die Natur dem Menschen näher zu bringen und zu erklären. Mit über 30 Millionen Exponaten und 600tsd Besuchern im Jahr, ist es das größte Museum seiner Art in ganz Deutschland.

Das Hauptgebäude des Ensembles

Im Mittelpunkt der Museums-Anlage steht das Hauptgebäude an der Invalidenstraße nahe der gleichnamigen U-Bahn- und Straßenbahn-Station sowie dem Invalidenpark. Zum Hauptbahnhof der Stadt ist es nur einen Katzensprung, so dass auch Gäste von Außerhalb Berlins schnell mal auf einen Besuch vorbeikommen können, ohne das Auto nehmen zu müssen.

Die Anfänge des Museum für Naturkunde im 19. Jahrhundert

Dreigeschossiger Gebäude-Komplex
Dreigeschossiger Gebäude-Komplex

Im Laufe des 19 Jahrhunderts fing man an, die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Universitäten nach und nach zusammenzufassen und in Museen auszustellen. So konnte auch die breite Öffentlichkeit an diesem großen Wissensschatz teilhaben. Für die Sammlung der Berliner Universität (heute: Humboldt-Universität zu Berlin) plante man hierfür eigens einen neuen Ausstellungsort, da die alten Räume „Unter den Linden“ zu klein wurden.

Auf dem Gelände der ehemaligen Königlich Preußischen Eisengießerei an der Invalidenstraße 43 wurde man fündig. An dieser Stelle befindet sich heute noch ein Denkmal und erinnert daran, dass hier die beiden ersten deutschen Dampflokomotiven hergestellt wurden. Daneben stellte man aber auch Eiserne Kreuze, Kessel, Brücken, Röhren, Gewichte sowie anderes Kriegsgerät her. 1878 erfolgte die Auflösung der Gesellschaft und die Übertragung an die Preußisch Geologische Landesanstalt.

Das Gebäude-Ensemble der Museen

Die Landesanstalt plante daraufhin den Bau einer dreiteiligen Gebäudeanlage mit dem Museum für Naturkunde im Mittelpunkt, welches zwischen 1883 und 1889 errichtet wurde. Architekt war der damalige August Tiede (1834-1911). Zuvor wurden jedoch die Gebäude der Geologischen Landesanstalt (1875-78) sowie der Landwirtschaftlichen Hochschule (1883-89) fertiggestellt.

Die feierliche Eröffnung des Naturkundemuseums fand 1889 unter Anwesenheit des Preußischen Kaisers Wilhelm II. statt. Endlich hatte man genug Platz, um die Schätze des Anatomisch-Zootomischen, des Mineralogischen sowie des Zoologischen Museums unterzubringen. Weitere Stücke kamen in den folgenden Jahren durch Schenkungen, Funde und Zukäufe hinzu. Laut dem Berliner Naturkundemuseum bekamen die Besucher in der Folge nicht alle Stücke zu sehen. Stattdessen trennte man in eine Schausammlung für das Publikum, sowie in eine Hauptsammlung.

Dinosaurier aus Afrika für Berlin

Stegosaurus
Stegosaurus

Ab 1930 kamen die ersten Dinosaurierskelette in das Museum. Zu Teil stammen diese von der großen Tendaguru-Expedition unter der Leitung des Geologen Werner Janensch. Diese deutsche Grabung fand zwischen 1909 und 1913 in Lindi Tansania im Ostafrika statt. Unglaubliche 250 Tonnen Dinosaurierknochen wurden im Anschluss an die Reise nach Berlin gebracht.

So können wir heute noch die aufgestellten Skelette des mächtigen Brachiosaurus brancai in der großen Halle des Museums bestaunen. Dabei handelt sich um das größte montierte Dino-Skelett weltweit! Besonders stolz ist man in Berlin jedoch auf eines der am besten erhaltenen T-Rex Skelette.

Von 300 Knochen sind hier 170 erhalten und sichern „Tristan“ Platz 3. auf der Bestenliste von bisher 50 gefundenen Exemplaren in ganz Nordamerika.

 

Schwere Zeiten und neue Hoffnung

Magalodon Riesen-Weißhai
Magalodon Riesen-Weißhai

In den 40iger Jahren des letzten Jahrhunderts bemühte man sich große Teile der Sammlung sicher zu lagern. So ließen sich letztendlich 75 % der Ausstellungsstücke vor Beschädigungen schützen. Jedoch litt der Ostflügel der Anlage stark unter den Kriegseinwirkungen. Als erstes Museum öffnete man 1945 jedoch wieder seine Pforten.

Zur Zeit der DDR wurden Forschungsreisen in die sowjetischen Bruderstaaten wie Kuba, der Mongolei und Russland von hieraus unternommen und neue Säle eingerichtet. Nach der Wende konnten endlich die notwendigen Mittel aufgebracht werden, die Anlage zu renovieren und zu modernisieren. Neue Dächer, Türen und Fenster wurden ebenso eingebaut wie neue Labore geschaffen.

Neubeginn mit großartigen neuen Ausstellungen

2007 erfolgten zunächst weitere jedoch notwendige Saal-Renovierungen mit Geldern der Klassenlotterie Berlin sowie der Europäischen Union. In der Folge konnten jedoch endlich die neuen Ausstellungen „Saurierwelt, Evolution in Aktion, System Erde sowie Kosmos & Sonnensystem“ fertigstellt und präsentiert werden. Das Museum für Naturkunde Berlin ist seit 2009 als öffentliche Stiftung Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Vorführung - Kosmos & Sonnensystem
Vorführung – Kosmos & Sonnensystem

Einer von 93 selbstständige Forschungseinrichtungen im Bundesgebiet mit über 19.100 Wissenschaftlern(innen). Heute wie damals bildet die Sammlung die Basis für wissenschaftliche Arbeiten und Forschung des Naturkundemuseums. Zugleich ist sie ein reiches Archiv der Geschichte der Erde sowie ein Zeitfenster in eine frühere Zeit. Über die Möglichkeiten neuer Medien und Technologien versucht das Museum jeden Tag dieses Wissenschaftliche Zusammenhänge an seine großen und kleinen Gäste weiterzureichen.

Website des Museums

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin.

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