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Berliner Funkturm Technisches Neuland und das erste Fernsehbild

Der Berliner Funkturm von 1926 ragt 147 m in den Himmel und ist ein beliebter Touristenpunkt. Er liegt auf dem Messegelände der Stadt und verfügt über ein exklusives Restaurant sowie eine darüber liegende Aussichtsplattform mit einem großartigen Blick auf Berlin.

Messegelände und Funkturm
Messegelände und Funkturm

Die Idee für den Funkturm

Damals in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, stecke der Radioempfang noch in den Kinderschuhen. Viele technisch neue Ansätze waren daher Pionierarbeit. So auch die Notwendigkeit, einen adäquaten Ersatz für die den Sender Vox-Haus und Berlin II am Magdeburger Platz zu schaffen. Ein erhöhter Punkt im Stadtgebiet wurde gesucht. Das angedachte Areal in Witzleben kam in Betracht, wurde es doch nur vom Kreuzberg überragt. So war es ausreichend, eine Funkantenne zu bauen, die 130 Meter hoch war. Hieraus entstand die Idee für eine Funkturm auf vier Beinen mit einer Höhe von 138 Metern.

Der Bau des Berliner Funkturms

Bereits 2 Jahre vor dem Baubeginn des Funkturms gab es bereits einen Rundfunksender „Witzleben“, der in der Funkhalle des Messegeländes zu finden war. Er verfügte über eine 80 Meter langes Seil, das zwischen einem 80 Meter hohen Mast auf dem Gelände des heutigen ICC Berlin und einen Kran hing. Der Kran wurde in der Folge gleich für den Bau des Funkturms eingesetzt und später verbaut. Technisches Neuland wurde auch mit der Art des Turms betreten. So entwarf Professor Heinrich Straumer ein revolutionäres Stahlgitter-Skelett aus 400 Tonnen mit Aufzug.

Technisches Neuland wird erprobt

Ehemaliges Leuchtfeuer und Reklame
Ehemaliges Leuchtfeuer und Reklame

Die Fahrstuhlanlage beförderte in damals ungewöhnlich schnellen 2,5 Meter pro Sekunde, 10 Personen in 123 Meter Höhe. Auch heute fühlen sich die 33 Sekunden auf die Spitze sehr schnell an. Am 3. September 1926 war es dann nach nur 2 Jahren Bauzeit so weit. Der zu dieser Zeit höchste Turm wurde eingeweiht und mauserte sich schnell zum weltweiten Besuchermagnet. Wie der Seite „Funkturm Messeberlin“ zu entnehmen ist, hatte der Funkturm noch 2 weitere Funktion: Er diente als Leuchtturm für Flugzeuge, die Berlin anflogen. Hierzu wurde ein 3tsd Watt Strahler montiert, der sich fortlaufend drehte und 60 Km weit zu sehen war. Daneben gab es eine „Wanderschrift“ Leuchtreklame mit 4tsd Glühlampen. Die damals größte Werbetafel Deutschlands.

Das Fernsehzeitalter beginnt hier

Montage der Funkantenne
Montage der Funkantenne

Ein ganz besonderes Erlebnis war das damals einzigartige Restaurant in „luftiger“ 55 Meter Höhe. Bereits 2 Jahre nach seiner Errichtung, konnte der Funkturm seien 500.000 Besucher begrüßen. Einem technischen Meilenstein gleich kam jedoch ein Ereignis von 8. März 1929. Zu diesem Zeitpunkt sendete der Funkturm die ersten Fernsehbilder über Witzleben. Der Funkbetrieb sollte jedoch nicht lange andauern. Im Jahr 1935 im Restaurant ein Feuer aus, dass die Sendeanlage beschädigte. Nach den erfolgten Reparaturen verlegte man den Sendebetrieb in den neuen Funkturm nach Berlin Tegel.

Heutige Nutzung

Nachdem der „Lange Lulatsch“ dem 2. Weltkrieg mit verbleibenden drei Beinen davongekommen war, drohte fast der Abriss. In der Folge wurde der Turm wieder in Stand gesetzt und wies den Rosinenbomber mit seinen gelben Lichtern den Weg zum Flughafen Tempelhof. Doch schon bald strahlte der neue NWDR Rundfunk seinen Hörfunk vom Berliner Funkturm.

Jedoch setzten einzelne Sendeanstalten, wie der Sender Freies Berlin (SFB) auf eigene Sendemasten, wie den am Scholzplatz. Die Funkzeiten für den Berliner Funkturm waren vorbei. Vor im lag eine neue Karriere als Aussichtsplattform mit Restaurant über dem schönen Berlin. Doch von Zeit zu Zeit strahlt er wieder im alten Glanz, wenn seine LED-Leuchten ihn in ein farbiges Licht tauchen (IFA rot, ITB orange, Innotrans blau und Fruit Logistica gelb).

 

Website des Funkturm Berlin. Das Restaurant im Jugendstil bietet 116 Gästen Platz. Auch auf die Aussichtsplattform mit ihrem Feiluftbereich für 45 Personen, kann man bei günstigen Windverhältnissen fahren.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und Berlin.

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